Förderung des nichtfossilen Energieverbrauchs von Unten

Einleitung

(In Anlehnung an die DiB Energiewende Bund)

Wir bekennen uns zu einer nachhaltigen Energiewirtschaft, welche auf den Säulen Effizienz (mehr Nutzen bei weniger Verbrauch), Suffizienz (Reduktion des Verbrauchs durch Verzicht auf Überflüssiges/Genügsamkeit) und Konsistenz (Umstellung auf erneuerbare Energieträger) beruht. Die Energiewende ist für uns eine dezentrale Bürgerenergiewende. Die Energiewende soll nach unseren Werten sozialverträglich und ohne weitere Belastung der einkommensschwachen Bevölkerung erfolgen.

Weitere Grundlagen
Stand der Energiegewinnung in Hessen (April 2017) – Bruttostromerzeugung (Anteil in Prozent)

  • Erneuerbare Energien 39,3%
  • Steinkohle 23,3%
  • Erdgas 27,0%
  • Übrige Energieträger 10,4%

Forderungen für Hessen

Einsparung von Primärenergie

  1. Um auch einkommensschwachen Bevölkerungsschichten die Einsparung von Strom zu ermöglichen, fordern wir, einen ausreichenden Zuschuss für einkommensschwache Haushalte (*) für den Austausch Stromintensiver Haushaltsgeräte einzuführen. Somit können sie Stromfresser kostenneutral gegen energieeffiziente Geräte austauschen, sofern die gesamte Ökobilanz unter Berücksichtigung der Geräteherstellung positiv ist, was von einer staatlichen Stelle unter Berücksichtigung des Altgeräts zu prüfen ist. Die eingesammelten Geräte sind fachgerecht zu entsorgen.

  2. Strom- und Wärmekostenkosten für Niedrigverdiener

    Für Niedrigverdiener ist Strom und Wärme, besonders in den kalten Monaten ein Problem der Bezahlung. Strom und Wärme sind nicht Zuschusswürdig, da beide Bereiche nicht zur Miete gehören. Die bei der Arbeitsagentur gemeldeten Niedrigverdiener besitzen nicht genügend Geld um Energieeffiziente Geräte zu nutzen. Deshalb sind in den kalten Monaten viele Wohnungen dunkel und ausgekühlt. Hausbesitzer und Vermieter mit diesen Themen allein zu lassen, entspricht nicht unseren Werten. Die Arbeitsagenturen werden zukünftig für Strom und Wärme aufkommen. Strom- und Wärmekosten in den kalten Monaten fallen wieder den Verantwortlichen Arbeitsagenturen zu.

    Niedrigverdiener sind Menschen, deren Einkommen unter der Armutsgrenze liegen und sich bei den Arbeitsagenturen melden.

  3. Gelder für das Ersetzen der Haushaltsgeräte die schlechter als Klasse C sind. (Bei Harz4 Haushalten besser 100% Übernahme der Kosten für die Haushaltsgeräte.)

  4. Informationen über KFW Förderprogramme.

    Die KfW bietet inzwischen finanzielle Hilfen auch für Privatpersonen, um energetische Sanierung(en) durchzuführen → Kreditanstalt für Wiederaufbau

  5. Energiekosteneinsparung für Industriebetriebe – Blindleistung

    Die das Energieversorgungsnetz belastende Gesamtleistung (S) setzt sich aus 2 Teilen zusammen. Die “Wirkleistung“ (etwa 55% – 70%) und die „Blindleistung“ (etwa 45% – 30%). Die Blindleistung kann bis auf einen Wert von 2% reduziert werden, mit Blindleistungsregelanlagen. Die Blindleistungsregelanlagen amortisieren sich im ersten Jahr und fahren im 2 – 12 Betriebsjahr den Kaufpreis als Gewinn ein. Ihre Lebenslaufzeit beträgt etwa 12 Jahre. Bisher müssen Industriefirmen solche Anlagen selbst kaufen, um Strom einzusparen. Meistens vergessen sie das nach 12 – 15 Jahren, da sich soviel in der Produktionstechnik ändert, das Mensch nicht merkt, das diese Anlagen zu Tauschen sind. Ein Verbesserungsvorschlag, der auch in der Bundesinitiative vorgeschlagen wurde, hilft beim „Erinnern“ an das Auswechseln der Anlage und sollte, wie in der Bundesinitiative beschrieben, durchgeführt werden.

    Der Verkauf und die Einbauplanung ist kein Nischenprodukt. Die Technik ist seit 100 Jahren bekannt. In den 1970 und 80 er Jahren erlebt die Steuerung der Anlagen mit der Mikroprozessortechnik Ihren Höhepunkt. Seit der Zeit wird sie erfolgreich im Industriebereich verkauft und eingesetzt.

  6. Regenerative Energien

    Um für die Solarthermie und solare Stromerzeugung Flächen bereitzustellen, sind alle Dächer (private und öffentliche Gebäude) auf eine mögliche Nutzung als Solar- bzw. Photovoltaikstandort (Eigennutzung oder Verpachtung) zu überprüfen. Wir fordern eine gesetzliche Regelung mit einer Übergangsfrist von 5 Jahren, um möglichst alle Dächer als Energiedächer einzustufen und zu nutzen. Neue Bedachungen sind nur zulässig, wenn sie als Energiedach geeignet und genutzt werden können.

  7. Um für die verbleibenden fossilen primären Energieträger eine höhere Effizienz zu erreichen, sollen Blockheizkraftwerke (BHKW) für eine möglichst dezentrale Versorgung über die KfW zinsgünstig gefördert werden. (BHKW für zentrale und dezentrale Standorte geeignet)
  8. Mixkraftwerke für die Energiewende Fördern (Strommix, enthalten keine Kohlekraftwerke)
  9. In ländlichen Regionen sollte es eine stärkere Förderung von privaten Projekten der Stromversorgung aus nachhaltigen Wind-, Sonnen- und Wasserkraftsystemen geben. Kleinere Industrieunternehmen können sich an den Kosten und dem Nutzen beteiligen. Die Technische Begleitung / Aufsicht führen die örtlichen / regionalen Energieversorger (z.B. Stadtwerke etc.). Renditen aus Bürgerenergie sollen steuerlich begünstigt werden und so zu einer dauerhaften Ergänzung der Rente, aber auch zu einem langfristigen Investment bei der Energiewende führen.

  10. DiB ist für Beteiligung über das Genossenschaftssystem: → Beispiele

  11. Atomausstieg

    Biblis ist ein als stillgelegtes Atomkraftwerk inzwischen zum Zwischenlager von strahlenden Abfällen geworden. Englische Castoren stehen in einer Werkshalle von Biblis, nicht strahlungsgeschützt. Abfälle aus Sellafild (https://de.wikipedia.org/wiki/Sellafield) Der Reaktor ist abgeschaltet.

  12. Reservekapazitäten und Kohleausstieg

    Gaskraftwerke sind auch “CO2-Schleudern” aber sie lassen sich einfacher steuern als Kohlekraftwerke. Beim suksekziven Rückbau der Kohlekraftwerke sollten Gaskraftwerke als Ersatzkraftwerke ( Reserve) eingesetzt werden. Sie lassen sich schneller anfahren und besser kontrollieren.

  13. Netzausbau

    Hierbei sollte der Stromfluss der erzeugten Energie auf die maximale Leistung der Anlagen ausgelegt werden. Entsprechend der Stromerzeugungskraftanlagen sollten die Engpässe bei vorhandenen Anlagen für den Netzausbau offengelegt werden, damit entsprechende Firmen (Übertragungsnetzbetreiber, ÜNB) die Engpässe erkennen und Abhilfe vorschlagen können.
    Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB), englisch Transmission System Operator, kurz TSO sind Dienstleistungsunternehmen, die die Infrastruktur der überregionalen Stromnetze zur elektrischen Energieübertragung operativ betreiben, für bedarfsgerechte Instandhaltung und Dimensionierung sorgen und Stromhändlern/-lieferanten Zugang zu diesen Netzen gewähren.
    Weitere Informationen. Nationale Speicherkapazitäten sind finanziell zu fördern.

  14. Power-to-Gas-Verfahren

    Wir treten für eine moderate wirtschaftliche Nutzung des Power-to-Gas-Verfahrens zur Speicherung von überschüssigem EE-Strom ein, da sie zwar lange Speicherzeiten ermöglicht, aber nicht die Effizienz anderer Speichermethoden erreichen kann. Die Speicherung in natürlichen Speichern ist bevorzugt zu behandeln.

  15. Wirkungsgrade der PtG-Prozesse

    Derzeit liegen die maximalen Gesamtwirkungsgrade der PtG-Prozesse und anschließender Rückverstromung noch knapp unter 50 %. Ein Gesamtwirkungsgrad von maximal 60 % ist nur bei gekoppelter Nutzung der Brenngase im Wärme und Transportsektor zu erreichen. Heutige Pumpspeicherkraftwerke erzielen im Vergleich dazu einen Wirkungsgrad von bis zu 50%, Druckluftspeicher liegen bei ca. 50 bis 60%. Weitere Details: Fraunhofer – IFAM

    Hierbei ist für größere Städte zu Prüfen ob beim Power-to-Gas Verfahren für die Heizversorgung und für die Stromversorgung der Gasreservekraftwerke dieselben Speicher genutzt werden können.

    Als Power-to-Gas (kurz PtG oder P2G, deutsch etwa: „Elektrische Energie zu Gas“) wird ein chemischer Prozess bezeichnet, in dem mittels Wasserelektrolyse mit teilweise nachgeschalteter Methanisierung unter Einsatz von Ökostrom ein Brenngas hergestellt wird. (<a href="SternerJentschHolzhammer„>). Da es aus erneuerbaren Energien gewonnen wird, wird das so erzeugte Synthesegas bisweilen auch als EE-Gas bezeichnet.

    Weiterführende Informationen

  16. Kosten
  17. Für den Ausbau erneuerbarer Energien fallen Kosten an, die jedoch vollständig über die EEG-Umlage abgedeckt sind. Genauso sollen Kosten für den Netzausbau auf die Industriebetriebe der betroffenen Regionen und, im Falle von Erdkabeln, auf die Strompreise umgelegt werden. Für den Austausch wenig energieeffizienter Geräte würden pro Haushaltsgerät etwa 400€ anfallen. Diese Kosten können die Niedrigverdiener nicht tragen. Für diese Niedrigverdiener hat der Staat die Verantwortung der Versorgung übernommen. Deshalb muss der Staat Möglichkeiten schaffen, die Kosten für die Haushaltsgeräte zu übernehmen, die getauscht werden. Es kann nicht sein, das auf dem Rücken der Niedrigverdiener unsere Energiewende ausgetragen wird; oder diejenigen ausgeklammert werden.

  18. Finanzierungsvorschlag

    Die Finanzierung der effizienteren Haushaltsgeräte soll über Steuern, der Rest über Umlagen auf den Strompreis finanziert werden.

(von Th. Schalow, Dipl. Ing. Elektrotechnik am 05.07.2018)