Neuausrichtung des hessischen Bildungssystems

  • “Kinder sind ein Schatz der durch gute Bildung wächst”
  • „Bildung ist der Schlüssel zum Arbeitsmarkt“
  • „Bildung ist Teilhabe“
  • „Jeder Mensch will nötig sein“

Unser Zukunftsthema Nummer 1: Wir verändern Bildung grundlegend denn alle Kinder haben eine Begabung. Das entdecken und fördern dieser Talente wird zu einer pädagogischen Kernaufgabe. DiB Hessen setzt sich für mehr und bessere Bildung ein, für bundesweite Schulstandards und eine deutlich höhere Qualität bei der pädagogischen Ausbildung der Lehrer*innen. Wir wollen in allen Schulen deutlich mehr Lehrer*innen und Betreuer*innen einsetzen um inklusive Beschulung zu verwirklichen.

Unser 10 Punkte Plan

  1. DiB wird mehr direkte Investitionen in Bildung durch Abschaffung von Freibeträgen und Auszahlungen bei gleichzeitiger Verbesserung von Personalschlüsseln und Qualität der Bildungskonzepte (von der Nachmittagsbetreuung zum echten Konzept) tätigen.
  2. Freie Kindergärten, Schulen und Hochschulen, werden im Rahmen der pädagogischen und angrenzenden Forschung selbständig Konzepte unter der Prämisse der sach- und fachgerechten Bewertung wählen können.
  3. Schüler*innen zentrierte Bildung mit Augenmerk auf die Förderung der individuellen Stärken wird erfolgen. Eingliedriges System mit stetigen Stufen je Fach, wobei Fächer nicht mehr im klassischen Sinne (Physik, Geschichte, Englisch) sondern nach Lernfeldern und Kompetenzen kategorisiert sind und eben der Erwerb von bestimmten Kompetenzen und Fertigkeiten durch Überprüfung bestätigt werden kann. Dabei sind auch Alltagskompenz in vielerlei Hinsicht und auch Fähigkeit zur gewaltfreien Kommunikation und zur friedlichen Konfliktlösung gemeint.
  4. Die Inklusion wird an Regelschulen durchgängig gestaltet. Das dafür nötige Personal wird zusätzlich eingestellt.
  5. Die Kosten für lebenslanges Lernen werden solidarisiert.
  6. Lehrer*innen werden zukünftig als Schlüssel zur Qualitätssicherung der Bildung begriffen und eine stetige, agile Verbesserung der Ausbildung von Lehrer*innen als Pädagog*innen nach Goldstandard organisiert.
  7. Die Direktor*innen sind in dieser Struktur Experten mit Gestaltungsspielraum – demokratisch legitimiert und einheitlich geschult sowie zertifiziert, um auch Qualität in der Organisation zu standardisieren.
  8. Die freie Schulwahl ohne Schulgeld an allen staatlichen Schulen wird erreicht und die Förderung schulgeldfreier Schulplätze durch den Staat an nicht-staatlichen Schulen verstärkt.
  9. Eine Feedbackkultur an Schulen und deren Qualität wird öffentlich, transparent sowie sach- und fachgerecht aus der Sicht aller beteiligten Gruppen kommuniziert und so fest etabliert.
  10. Für faire Weiterbildungs- und Umstiegsmöglichkeiten wird gesorgt, die duale Ausbildung ausbaut sowie Umschulungen und Weiterbildungen für geringen bis keinen geldlichen Aufwand zugänglich gemacht, um der Veränderung des Arbeitsmarkts nachhaltig gerecht zu werden.

Weitere Massnahmen

  • Bei bestehender Nachhilfe für Schüler*innen, die in ein anderes Bundesland wechseln erhalten gegebenfalls Betroffene finanzielle Unterstützung und abgestimmte Konzepte zur Erreichung von Barrierefreiheit.
  • Es wird zusätzliches Personal (zur Förderung von Migration und Integration) eingestellt.
  • Schule wird in einem Rahmen stattfinden, der sich an den Bedüfnissen der Lernenden orientiert.

So erreichen wir das

Erhöhung der Bildungsausgaben
  • Hessen wird Vorreiter in der Welt in Sachen guter Bildung mit dem Ziel, zu den Top 5 der OECD Länder in Sachen “Bildungsinvestition im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt“ zu gehören.
  • Die Bildungsausgaben in Hessen werden schrittweise von derzeit 4% auf 7% binnen fünf Jahren angehoben.
  • Bildung wird in Hessen durchgehend vom Kindergarten bis zur Universität kostenfrei.
  • Die staatliche Übernahme von Bildungskosten erhöht die Bildungschancen aller Einkommensschichten.
  • Durch die bessere Versorgung der Kinder, werden Erwerbstätige mit schulpflichtigen Kindern spürbar zeitlich und finanziell entlastet.
  • Der Verwaltungsaufwand wird nach sachgerechter Bewertung gering gehalten.
Beteiligung der Bundesregierung an der Umsetzung des Bildungsauftrags
  • Die generelle Entscheidungsgewalt zum inhaltlichen Teil des Bildungsauftrags bleibt beim Land Hessen.
  • DiB Deutschland strebt wie DiB Hessen eine Beteiligung des Bundes bei der Finanzierung von Schulgebäuden jeglicher Art, der Finanzierung der Lehrmittel und die Finanzierung des Personals an.
  • Darüber hinaus setzen wir uns für eine Rahmenrichtlinienfunktion des Bundes zur Sicherstellung von bundesweit gleichen Qualitätsstandards bei Prüfungen und Abschlüssen ein.
  • DiB sieht im Bildungsauftrag eine primäre, staatliche Hoheitsaufgabe. Deshalb wird es eine durchgehende Verbeamtung aller Lehrer*innen bezogen auf alle staatlichen Schulformen sowie den vollständigen Verzicht auf befristete Arbeitsverträge geben. Weiterhin wollen wir das Beamtenrecht dahin gehend verändern, dass eine gute Aus- und Weiterbildung von Lehrer*innen gewährleistet ist.

Das wird sich verändern

Notengebung und Normenerfüllung

Heute Morgen mit DiB
Sie schafft Siegende und Verlierende. Schafft Gewinner im Miteinander.
Noten beeinträchtigen heute oftmals die Freude am Lernen. Einführung einer Kombination aus differenziertem Bewertungssystem mit integrierter Defizitanalyse.
Sie lässt nur eine Art und Sichtweise legitim erscheinen. Gezielte Förderung zur Überwindung von erkannten Schwächen.
Die Notengebung orientiert sich heute an einem normierten Wissensstand und konditioniert Schüler*innen, gute Noten erreichen zu wollen. Grenzen sind weiterhin relevant und werden an passender Stelle gesetzt.
Das führt z. B. bei der Belegung von Wahlfächern dazu, dass nicht die belegt werden, die Schüler*innen herausfordern, sondern solche, die vergleichsweise einfach sind, um gute Noten zu erhalten. Diese Grenzen werden über das Sein des einzelnen Individuums ermittelt und führen zu individuellen Leistungsan-forderungen, Lernwegen und Lernge-schwindigkeiten.
Die Abstufung von Erfolg oder Misserfolg in Form von Noten mindert die Motivation aus eigenem Antrieb oder führt zu Konkurrenzverhalten. Dabei wird das Ziel verfolgt, allen Kindern einen individuell geeigneten Weg zum hochwertigen Abschluss zu öffnen.
Die Abstufung von Erfolg oder Misserfolg in Form von Noten mindert die Motivation aus eigenem Antrieb oder führt zu Konkurrenzverhalten. Lernerfolge werden in Form von beschriebenen Beurteilungskonzepten erhoben, die Kompetenzen mehrerer Ebenen berücksichtigt, nicht nur auf der „Wissensebene“ sondern auch im Bereich der Sozialkompetenz, des Affektes, der Psychomotorik usw.
In Kombination mit Normen und dem Heranziehen von Beurteilungen mittels Durchschnitt werden die Lernerfolge der Schüler*innen mit den Noten 3 und schlechter abgewertet. Damit werden Schüler*innen nicht mehr gegeneinander ausgespielt und lernen mit Freude und um des Lernens Willen.
Noten sind nicht objektivierbar und nicht repräsentativ für die eigentliche Leistung der Lernenden.

Lerneinheiten und Lernumfeld

Heute Morgen mit DiB
Der Unterricht beginnt früh am Tag. Der Unterricht beginnt nicht vor 9 Uhr.
Das mindert Lernbereitschaft und Aufnahmefähigkeit von Schüler*innen, weil der natürliche Biorhythmus zu so früher Stunde noch nicht bereit ist. Die Abschaffung der Sommerzeit wird angestrebt.
Die Sommerzeit verschärft die Situation zusätzlich. Der Unterricht wird bezogen auf Projekte und Lernfelder gestaltet.
Stillsitzen und Folgeleisten laufen dem natürlichen Bewegungsinstinkt und der kindlichen Neugier zuwider. Der natürliche Spieltrieb, die Neugier und die Lust am Forschen werden gefördert.
Auch die Anforderung, vorgesetztes Wissen aufzunehmen, hält den Forschungstrieb in Zaum. Regelmäßige Bewegung und Sport werden einen höheren Stellenwert bekommen.
Bewegung und Sport findet in engem Rahmen von bestimmten Bereichen und relativ starr strukturierten Unterrichtseinheiten statt. Kontrolle wird auf ein notwendiges Minimum reduziert.
Die derzeitigen Institutionen legen großen Wert auf „Kontrolle und Mäßigung“, welche verdeckt, durch z.B. Schulglocken, als auch offen stattfinden. Die Heranführung an verantwortliches Handeln wird Bestandteil des Lehrplans.
Die Überwachung läuft vom Toilettengang, über das Mittagessen bis hin zu allen Schüleraktivitäten. Dazu gehört auch die Befähigung der Lehrer*innen zur Gestaltung eines vertrauensvollen Miteinanders.
Die Schulroutine wird zu einem gelebten Ritual, das soziale Kontrolle durch sanktionierende Autoritäten legitimiert Der Anteil berufsbezogener Lehrinhalte wird zu Gunsten solcher, die zur Bewältigung des Lebens an sich im Miteinander mit anderen Menschen wichtig sind, reduziert.
Es dominiert Angst, weil Vertrauen fehlt. Lehrinhalte, die beispielhaft zusätzlich aufgenommen werden:

  • Gewaltfreihe Kommunikation
  • Lösung von Konflikten
  • Wert und Stärke des Miteinanders
  • Vorbereitung auf Elternschaft
  • Denken und Handeln im Einklang mit unseren Lebensgrundlagen
Der überwiegende Teil des Lernstoffs dient der Vorbereitung des Funktionierens in einem späteren Beruf. DiB bezieht wichtige Themen des gesellschaftlichen Miteinanders (siehe oben) in den Unterrichtsstoff ein.
Dagegen fehlt die Vermittlung von Fähigkeiten zur guten Bewältigung des Lebens an sich im Miteinander mit anderen Menschen. Das führt zu höherer Inklusion und in der Folge zu geringerer Kriminalität.

Betrachtung im Gesamtzusammenhang
Heute Morgen mit DiB
Es wurden bisher überwiegend einzelne Merkmale schrittweise im Bildungssystem verändert. Massnahmen auf Basis neuer, pädagogischer Forschung und Konzepte werden im Gesamtzusammenhang betrachtet und angewandt.
Dabei fand keine ausreichende Berücksichtigung von Auswirkungen und Wechselwirkungen von neuen Merkmalen mit den alten statt. Dadurch werden positiven Effekte und Nachhaltigkeit erzeugt.