Interviewfragen an Schüler*innen

Schule auf – Schule zu

Leonie ist 16 Jahre alt und besucht aktuell das 10. Schuljahr einer Mittelschule in Berlin. Die sonst in Berlin üblichen Abschlussprüfungen (MSA) sind dieses Jahr ausgesetzt, Unterricht findet in Teilungsklassen statt. Im Wochenwechsel haben die Schüler*innen seit März 2020 nur unregelmäßig Präsenzunterricht. Homeschooling findet in manchen Fächern selten oder gar nicht statt.

Leonie hat unsere Fragen schriftlich beantwortet.

Frage: Nach den Osterferien sollen flächendeckende Selbsttests und Wechselunterricht für Schüler*innen stattfinden. Die Tests sollen an zwei Schultagen pro Woche stattfinden. Hältst du das für umsetzbar an deiner Schule und fühlst du dich dadurch sicherer, wieder in die Klassenräume zurückzukehren?

Es ist umsetzbar, aber nur wenn es auch wirklich jeder macht. Ich fühle mich vielleicht ein bisschen sicherer aber es gibt halt keine Garantie dass der Schnelltest zu 100 Prozent richtig ist.

Frage: Welche Vorkehrungen trifft deine Schule sonst noch, um ein sicheres Lernumfeld zu gewährleisten? Und fühlst du dich dadurch ausreichend geschützt?

Unsere Klasse wurde in 2 Teile aufgeteilt; pro Gruppe nur 11-12 Kinder. Auf dem Schulhof dürfen wir nur mit 1,5 Metern Abstand stehen und nur mit Maske, aber es achtet kaum einer drauf und wenn dann mal ein Lehrer kommt und darauf hingewiesen wird hält das auch nur so lange bis der Lehrer wieder weg ist.

Frage: Wenn du nicht in der Schule bist, nimmst du am Online-Unterricht teil. Hast du alle technischen Mittel zuhause, um am digitalen Unterricht teilzunehmen?

Ich hab zwar einen Computer der hat jedoch keine Webcam. Das bedeutet dass ich nur an meinem Smartphone an den Video Calls teilnehmen kann.

Frage: In welchen Bereichen siehst du Vorteile im Online-Unterricht, in welchen Bereichen Nachteile?

Der einzige Vorteil beim Video Call ist das ich noch was lerne. Der größte Nachteil jedoch dabei ist dass ALLE in meiner Klasse in ihrem Bett sind und nicht wirklich zuhören.

Frage: Welche Fächer leiden besonders / werden besonders vernachlässigt durch den Online-Unterricht?

Die Nebenfächer am meisten; Französisch, Physik und Chemie.

Frage: Hast du psychischen Belastungen durch den Online-Unterricht?

Meine Klasse geht mir auf die Nerven das war’s aber auch.

Frage: Was meinst du: Hat die Politik im Sommer versäumt, Corona-Schulkonzepte für den Herbst und Winter zu entwickeln? Wenn ja, was hat dir am meisten gefehlt?

Kinder hätten geimpft werden sollen da wir die größen Überträger sind und vielleicht mal ’nen richtigen Lockdown mit echter Kontrolle und Folgen wenn man doch draussen erwischt wird.

Frage: Statt der MSA Prüfungen sollen die Noten nur auf Grund der Leistung im Unterricht bewertet werden. Hattest du aus deiner Sicht genügend Unterricht, den man bewerten kann?

Ne, nicht wirklich. Im Lockdown gab es 1 bis 3 Video Calls die mal 45 Minuten gingen. Das war’s und manchmal ’ne Hausaufgabe in Deutsch die wir persönlich in der Schule abgeben sollten.

Frage: Findest du, dass aus der Summe von Online und echtem Unterricht in der Klasse eine korrekte Benotung möglich ist?

Auf gar keinen Fall weil alle Kinder die Hausaufgaben aus dem Internet abschreiben und das hat nix mit Wissen zu tun da kannst du dir das gleich sparen.

Zum Abschluss:

Frage: Was war für dich das Beste an einem Jahr Unterricht in Covid-Zeiten?

Ich musste meine Klasse nicht so oft ertragen. Hart aber wahr 🙂

und

Frage: Was sollte in Zukunft besser gemacht werden?

Mehr Testen und Kinder und Jugendliche impfen. Und vielleicht mal drüber nachdenken was wir in der Zukunft mit Corona machen wollen.

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