Jugend Braucht Bewegung!

Jung, weiblich, vielfältig. Mit diesen drei Worten lässt sich die neue Doppelspitze von DEMOKRATIE IN BEWEGUNG in NRW umschreiben, die am 28. Januar in Dortmund gewählt worden ist. Eine Hälfte dieser ist Sabine Sedlaczek. Das Besondere: Sabine ist 19 und Studentin der Psychologie in Bonn. In Dortmund wurde sie mit breiter Mehrheit im Amt bestätigt – während einer Vorstandswahl, bei der unsere Quoten nicht angewendet werden mussten.

Sabine steht damit gegen den aktuellen Trend in der Politik, der Alter, Erfahrung und auch immer noch Männlichkeit über Eignung oder Engagement stellt. Das zeigt gerade die vergangene Diskussion um Kevin Kühnert und die JuSos, in der gerade das arrogante Auftreten von Politiker*innen und Journalist*innen für viel Empörung unter Jugendlichen gesorgt hat. Das Aufbegehren der Jugend wurde als “Zwergenaufstand” betitelt, es wurde ausgiebig darauf hingewiesen, dass die Vertreter*innen der Jugend ja erst mal ihr Studium abschließen würden, von Medien kamen Fragen, ob die Vertreter*innen noch alles mit ihren Eltern besprechen würden. Die Jugend setzte sich auf ihre Weise zur Wehr und nutzte dabei das Internet – es entstand sogar ein eigener Hashtag, unter dem Geschichten von Jungpolitiker*innen gesammelt wurden. Die meisten dieser Geschichten beweisen eines: Die Arroganz des Alters.

 

Im Zuge der #DieseJungenLeute-Diskussion möchte ich deshalb mit Sabine über das Thema Jugend und politische Beteiligung sprechen.

 

Was hältst Du vom Hashtag #DieseJungenLeute?

Ich war teilweise echt schockiert und dennoch nicht wirklich überrascht darüber, was alles unter diesem Hashtag zu lesen war. Sowas ist ja leider Alltag für uns junge Menschen. Und gerade deswegen finde ich es super wichtig, dass sich dort junge Menschen zusammenfinden, austauschen und auch darauf aufmerksam machen, dass die Politik immer noch ein Problem damit hat, junge Menschen ernst zu nehmen. Je besser wir vernetzt sind, umso breiter wir aufgestellt sind, umso besser werden wir von der Öffentlichkeit wahrgenommen.

Wie siehst Du die aktuelle Position der Jugend in der politischen Landschaft?

Viele junge Menschen sind politisch sehr, sehr aktiv – allerdings nicht “klassisch” in Parteien, sondern eher in Vereinen, NGOs und Ähnlichem. Das wird leider oft vergessen, aber auch das ist politische Arbeit!

Wie könnte man Deiner Meinung nach die Position der Jugend in der Politik verbessern?

Zum einen braucht es natürlich in allen Parteien mehr junge Leute. Da sind wir als Jugendliche natürlich auch selber gefragt! Aber auch die Parteien müssen sich verändern: Denn natürlich hat niemand Lust sich an einem Ort zu engagieren, an dem mensch sich nicht ernst genommen fühlt.

Zum anderen müssen junge Menschen dann in den Parteien aber auch in die richtigen Positionen kommen. Sind wir mal ganz ehrlich: So jemand wie Kevin Kühnert gehört nicht in den Vorsitz der Jusos, sondern in den Bundesvorstand der SPD!

Wäre da nicht eine Jugendquote eine sinnvolle Überlegung?

Könnte man meinen, ja. Ich glaube jedoch, dass Quoten immer eine starke Rechtfertigung brauchen und dies bei der Jugend so nicht gegeben ist. Als Frau halte ich die Frauenquote noch für unabdingbar, weil ich als Frau in jedem Moment meines Lebens anders behandelt werde. Als junger Mensch hingegen werde ich zwar auch in manchen Momenten anders behandelt, weil ich jünger bin aber eben nicht in jedem Aspekt. Oft werden junge Leute ja sogar bevorzugt behandelt. Deswegen habe ich mich auf unserem Landesparteitag auch gegen eine Jugendquote ausgesprochen.

Wie könnte man stattdessen mehr junge Menschen, insbesondere aber junge Frauen für die Politik begeistern?

Es ist wichtig, Strukturen zu schaffen, in denen sich junge Menschen und junge Frauen gerne engagieren. Dazu gibt es sicherlich auch Studien, aber spontan würde ich sagen: flache Hierarchien, einfache und konkrete Möglichkeiten sich einzubringen und natürlich Wertschätzung.

Abseits der Politik: Was ist Deiner Meinung nach das akuteste Problem der Jugend und wie könnte man es Deiner Ansicht nach lösen?

Die Zukunft. Wobei das auch wieder höchst politisch ist: Klima, Bildung, Umwelt, Energiewende, Rente, Pflege, Digitalisierung… All das sind Themen, die unsere Zukunft bestimmen werden. Das ist leider nicht nur ein Problem, sondern gleich ein ganzer Haufen von Problemen. All diese Themen betreffen natürlich nicht nur die Jugend, sondern alle Menschen, aber wir müssen wohl am längsten mit den Folgen leben. Deswegen ist es an der Zeit uns an den Lösungen zu beteiligen und unsere Wünsche und Forderungen ernst zu nehmen!

Möchtest Du sonst noch etwas sagen?

Ich möchte gerne alle jungen Menschen ermutigen, sich einzubringen und sich zu engagieren. Gerade hier bei DiB gibt es mit dem Initiativprinzip eine wirklich einfache und unkomplizierte Möglichkeit seine Ideen einzubringen. Und wer Lust auf mehr hat, kann Mitglied werden und auf Augenhöhe Strukturen aufbauen, in denen sich alle Menschen gerne einbringen!

 

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