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Vielfalt war von Anfang an ein Grundwert für uns. Frauen zu fördern ist ein erklärtes Ziel unserer Satzung. Deswegen waren wir uns auch ohne offiziellen Beschluss immer einig, dass gendersensible Sprache wichtig ist. Nur, wer repräsentiert ist, fühlt sich wahrgenommen, wird wahrgenommen und ist gleichberechtigtes Mitglied einer Gemeinschaft. Aus diesen Gründen ist es unerlässlich sowohl in unserer Satzung, als auch in unseren sonstigen Texten nicht nur die männliche Form zu nennen – und darauf zu vertrauen, dass sich Frauen schon mitgemeint fühlen. Deswegen haben wir schon bisher mit Schrägstrich gegendert.

Doch auch der Schrägstrich hat seine Tücken. Er trennt die männliche Form von der weiblichen Form und vermittelt somit den Eindruck, dass es nur diese zwei Geschlechtsidentitäten gibt. Er ignoriert somit jegliche geschlechtliche Identifikation jenseits dieser Binarität. Denn männlich und weiblich sind nur zwei von unzähligen existierenden Möglichkeiten. Faktisch gibt es unendlich viele Selbstzuschreibungen für die eigene geschlechtliche Identität. Und es ist uns wichtig, dass sich alle Menschen in unserer Sprache wiederfinden.
Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten um Alle in der Sprache zu repräsentieren. Beim Bundesparteitag in Karlsruhe haben wir uns für das Gender-Sternchen* entschieden. Außerdem wollen wir Texte so weit wie möglich geschlechtsneutral formulieren – also zum Beispiel Studierende anstatt Student*innen schreiben.

Das Sternchen steht als Platzhalter für alle Geschlechtsidentitäten. Neben den beiden binären (weiblich und männlich) gibt es zum Beispiel noch genderfluid (wechselnde Geschlechtszuordnung) und auch eine Vielzahl nicht-binärer (non-binary) Selbstzuschreibungen, die nicht ausschließlich männlich oder weiblich sind.

Das Gender-Sternchen soll  dafür sorgen, dass alle Menschen in unserer Sprache repräsentiert werden, wahrgenommen werden und sich als Teil von uns fühlen können.

Am Wochenende sind wir mit unserer Sprache vielfältiger geworden – ein weiterer Schritt in die richtige Richtung!

Article by Sabine Sedlaczek

Beachtenswerte Beiträge

  1. Liebe Sabine, vielen Dank, der Post gefällt mir sehr gut. Als überzeugter Basisdemokrat stehe ich voll hinter unserer Entscheidung und ich finde, wir sollten sie zur Basis einer Petition machen.

    Das Bundesverfassungsgericht hat ja bereits dem Gesetzgeber die Aufgabe gegeben, bis Ende nächsten Jahres eine vielfältigere Geschlechterdefinition im Geburtenregister zu ermöglichen. Leider wurde aber die Sprache vergessen.

    Was haltet ihr von einer Petition, die den * über die Kultusministerkonferenz in die Schulen und auch in den Duden bringt? Denn dort gilt aktuell nur die binäre Nennung als korrekt. Folgt man dem Urteil des BVG, wäre dies der logische Schluss.

  2. Sabine says:

    Auf jeden Fall! Unser Wahlprogramm gibt es ja auch in leichter Sprache :slight_smile: @bengie ist sehr engagiert in diesem Thema :slight_smile:

  3. „Hohe Bildung kann man dadurch beweisen, dass man die kompliziertesten Dinge auf einfache Art zu erläutern versteht.“

    George Bernard Shaw

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