Vielfältige Sprache

Vielfalt war von Anfang an ein Grundwert für uns. Frauen zu fördern ist ein erklärtes Ziel unserer Satzung. Deswegen waren wir uns auch ohne offiziellen Beschluss immer einig, dass gendersensible Sprache wichtig ist. Nur, wer repräsentiert ist, fühlt sich wahrgenommen, wird wahrgenommen und ist gleichberechtigtes Mitglied einer Gemeinschaft. Aus diesen Gründen ist es unerlässlich sowohl in unserer Satzung, als auch in unseren sonstigen Texten nicht nur die männliche Form zu nennen – und darauf zu vertrauen, dass sich Frauen schon mitgemeint fühlen. Deswegen haben wir schon bisher mit Schrägstrich gegendert.

Doch auch der Schrägstrich hat seine Tücken. Er trennt die männliche Form von der weiblichen Form und vermittelt somit den Eindruck, dass es nur diese zwei Geschlechtsidentitäten gibt. Er ignoriert somit jegliche geschlechtliche Identifikation jenseits dieser Binarität. Denn männlich und weiblich sind nur zwei von unzähligen existierenden Möglichkeiten. Faktisch gibt es unendlich viele Selbstzuschreibungen für die eigene geschlechtliche Identität. Und es ist uns wichtig, dass sich alle Menschen in unserer Sprache wiederfinden.
Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten um Alle in der Sprache zu repräsentieren. Beim Bundesparteitag in Karlsruhe haben wir uns für das Gender-Sternchen* entschieden. Außerdem wollen wir Texte so weit wie möglich geschlechtsneutral formulieren – also zum Beispiel Studierende anstatt Student*innen schreiben.

Das Sternchen steht als Platzhalter für alle Geschlechtsidentitäten. Neben den beiden binären (weiblich und männlich) gibt es zum Beispiel noch genderfluid (wechselnde Geschlechtszuordnung) und auch eine Vielzahl nicht-binärer (non-binary) Selbstzuschreibungen, die nicht ausschließlich männlich oder weiblich sind.

Das Gender-Sternchen soll  dafür sorgen, dass alle Menschen in unserer Sprache repräsentiert werden, wahrgenommen werden und sich als Teil von uns fühlen können.

Am Wochenende sind wir mit unserer Sprache vielfältiger geworden – ein weiterer Schritt in die richtige Richtung!

Beachtenswerte Beiträge

  1. „Hohe Bildung kann man dadurch beweisen, dass man die kompliziertesten Dinge auf einfache Art zu erläutern versteht.“

    George Bernard Shaw

  2. @renepickhardt das Ausweichen auf andere neutralere Worte kann eine Sinnveränderung bedeuten. Bei Teilnehmenden ist das nicht der Fall, denn wer grade teilnimmt, ist sowohl Teilnehmer*in als auch Teilnehmend. Bei Student*innen und Studierenden ist das schon etwas aufgeweichter. Student*innen sind auch Studierende, aber Studierend kann auch sein, wer aktuell grade die Verordnung zum Umgang mit Herbiziden studiert ohne aber eingeschrieben zu sein.
    Bei Schüler*innen und Lernenden wird es noch deutlicher. Um Lernend zu sein, brauche ich nur ein Buch über Teilchenphysik aus der Stadtbücherei zu holen, Schüler*in war ich aber nur 1988 - 2001.
    Bei Geflüchteten finde ich den Unterschied fatal (zumal Flüchtling auch geschlechtsneutral ist), denn als geflüchtet kann man auch jemanden bezeichnen, der vor einem Regenguss ins Haus flüchtet. Als Flüchtling habe ich all mein Hab und Gut und meine Heimat hinter mir gelassen, weil es dort nicht mehr auszuhalten war.

    @all: das mit der leichten Sprache klingt einfach, ist es aber nicht. Ich muss mich oft bremsen beim schreiben und daran denken, auch mal einen Punkt zu machen.

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