Wir sind die erste Partei mit Vielfaltsquote

Seit Freitag ist es offiziell: DEMOKRATIE IN BEWEGUNG ist als Partei zur Bundestagswahl zugelassen. Damit sind wir die erste Partei in Europa mit einer Quote für Vielfalt*.

Es ist eine kleine Revolution in der deutschen Politiklandschaft. Viele andere Parteien weigern sich, Vielfaltsquoten einzuführen. Das geschieht oft mit dem Verweis auf den Bundeswahlleiter. Eine solche Quote sei nicht machbar, heißt es. Aber sie ist machbar – das haben wir jetzt bewiesen.  

Mehr Repräsentanz von Gruppen, die oft nicht gehört werden

Vielfalt und Weltoffenheit sind Teil unserer Grundwerte, die unsere gesamte politische Ausrichtung leiten. Wir wollen eine Partei sein, die die Gesellschaft in ihrer Gesamtheit und Vielfalt widerspiegelt und für die Rechte aller Menschen kämpft. Besonders auch für diejenigen, die in unserer Gesellschaft benachteiligt und diskriminiert werden.

Der Bundestag spiegelt nicht die Vielfalt unserer Gesellschaft wieder: nur acht Abgeordnete im deutschen Bundestag sind offen schwul oder lesbisch. In Großbritannien sind es dagegen 45. Menschen, die Diskriminierung aufgrund von Herkunft oder Hautfarbe erfahren, sind fast gar nicht in Spitzenpositionen zu sehen. Mit Karamba Diaby sitzt gerade mal ein Schwarzer Abgeordneter im Bundestag. Auch Menschen mit Behinderung sind oft vom politischen Geschehen ausgeschlossen.

Die Repräsentanz von allen gesellschaftlichen Gruppen ist eine Voraussetzung für eine faire und gerechte Gesellschaft. Die meisten Politiker*innen wissen, dass Rassismus, die Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen und Homophobie große gesellschaftliche Probleme sind. Aber nahezu niemand versucht, diese Probleme anzugehen. Habt ihr schon mal eine*n Politiker*in getroffen, die freiwillig ihre oder seine Macht aufgegeben hat? Wir auch nicht. Deswegen braucht es harte Instrumente wie Quoten.  

Mehr Vielfalt in der Politik heißt bessere Politik

Die Politik kann bessere Lösungen auf die Herausforderungen unserer Zeit finden, wenn sie viele verschiedene Sichtweisen in Entscheidungsprozesse einbezieht. Das belegen auch Studien aus der freien Wirtschaft. Das neue Teilhabegesetz ist ein gutes Beispiel dafür was passiert, wenn Politiker*innen über die Köpfe der betroffenen Menschen hinweg entscheiden. Darüber hinaus lassen sich politische Entscheidungsträger*innen einen riesigen Pool an Talenten entgehen, die bisher in der Politik kaum zur Sprache gekommen sind.  

Zuletzt möchte ich nicht in einer Gesellschaft leben, in der Menschen wegen ihrer Hautfarbe, Herkunft, Behinderung oder sexuellen Identität und Orientierung diskriminiert werden. Meine Freund*innen und meine Familie sind Schwarze Menschen, Muslim*innen, Jüd*innen, trans*Personen, queere Menschen, Menschen mit Behinderungen. Ein Angriff auf sie ist ein Angriff auf mich und auf uns alle.  

Eine Quote allein reicht nicht

Die Vielfaltsquote ist ein erster wichtiger Schritt für DEMOKRATIE IN BEWEGUNG, um zu zeigen, dass wir Vielfalt nicht nur als Lippenbekenntnis verstehen. Weitere Schritte müssen folgen.

Wir meinen Vielfalt ernst. Das heißt auch, dass wir Rassismus und andere Formen von Diskriminierung bei uns selbst angehen müssen. Wir planen, einen Sensibilisierungsworkshop auf unserem Parteitag zu veranstalten, dem weitere auf Landesebene folgen werden. Wir haben eine Gruppe, die sich gezielt um Vielfalts-Themen kümmert. Wir prüfen bei allen Menschen, die bei uns Mitglied werden wollen, ob sie unsere Werte zu Vielfalt teilen. Wir werden regelmäßige Analysen über die Vielfalt unsere Mitglieder und Beweger*innen vornehmen und diese veröffentlichen.

DEMOKRATIE IN BEWEGUNG ist eine sehr junge Partei. Und wir haben uns vorgenommen nur wenige Monate nach Gründung zur Bundestagswahl anzutreten. Daher ist es eine besondere Herausforderung, sich dem Druck entgegenzustellen und sicherzustellen, dass Vielfalt nicht zu kurz kommt.  

Wir brauchen dringend Unterstützung. Wir wollen mehr Muslim*innen, mehr People of Colour, mehr Menschen mit Behinderung und mehr LSBTTIQ+ Menschen. Wir brauchen eure Perspektiven und euer Talent. Unsere Quote sorgt dafür, dass eure harte Arbeit nicht unbemerkt bleibt. Seid dabei und lasst uns DEMOKRATIE IN BEWEGUNG zur progressivsten Partei der Welt machen.

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*Unsere Vielfaltsquote beträgt 25 Prozent und ist vorgesehen für Menschen, die wegen ihrer Herkunft, Hautfarbe, einer Behinderung oder ihrer sexuellen Identität bzw. Orientierung diskriminiert werden. Das heißt 25 Prozent aller Posten von Bundesvorstand, Landesvorständen bis zu den Listenplätzen werden mit Menschen besetzt, die zu Vielfalt zählen.

Beachtenswerte Beiträge

  1. Das ist eine sehr mutige Sache, weil es wirklich nicht einfach ist… Stichwort “Positiver Rassismus”, der leicht in Bevorzugung statt Aufhebung der Diskriminierung führen kann.

    Ich brauche selber einen Rolli und war auch vor ca 10-12 Jahren in Sachsen Kandidat zum Behindertenbeauftragten der Staatsregierung - aufgestellt durch die Diakonie sowie Sozial- und Behindertenverbände.
    Meine Bewerbung hab ich persönlich im Staatsministerium fristgerecht und mit Eingangsstempel incl Datum und Uhrzeit abgegeben.

    Trotzdem blieb die ehrenamtliche (!) Stelle unbesetzt und offiziell hieß es nur, es hätte keinen qualifizierten Bewerber gegeben… die Meinten aber eher, keinen mit passendem Parteibuch und bekennende Basisdemokraten kommen da gleich hinter dem Leibhaftigen…

    Daher ist das eine Tolle Sache und ein Toller Text, den ich auch gerne mit einleitendem Text teile. zb. so.:

    “Wir sind hier in einer Gruppe die sich Wir brauchen den Widerstand gegen Rechts” nennt und wo viel Wert darauf gelegt wird, daß niemand in Wort und Tat diskriminiert wird… und das ist gut so!
    Doch viel zu häufig bleiben es hohle Phrasen der Solidaritätsbekundung die ungehört verhallen, weil auch wir keine Lobby für diejenigen darstellen können, denen man ihre Rechte auf Teilhabe und Mitbestimmung vorenthält…
    … auch uns geht es ja nicht anders!
    Was bleibt ist der Frust und die Hilflosigkeit des Objektes politischen Handels anstatt Subjekt des Politischen Handelns zu werden und selbstbestimmt entscheiden zu können, was gut für uns ist und was wir wollen.
    Diese Gruppe hat sich den Pluralismus unserer Gesellschaft auf die Fahne geschrieben und gibt auch nicht-Parteimitgliedern und Menschen, die dann doch lieber andere Parteien wählen (warum auch immer), die Möglichkeit des Mitgestaltens.
    An dieser Stelle sollten wir sie in Auge behalten, uns einbringen und sie ggf auch an eben dieses Bekenntnis zum Pluralismus erinnern, wenn sie es einmal vergessen sollten…
    Viel zu oft entmündigen wir uns selber, weil wir das Kleingedruckte in den Programmen unserer Volx"vertreter" übersehen und uns dann wundern, daß sie als allererstes ihre eigenen Interessen vertreten.
    “Faschismus zu verhindern, heißt eine gerechtere Verteilung des Materiellen - hier wie global - durch die basisdemokratische Mitbestimmung der Menschen, die es betrifft, anstatt den Austauch der einen Eliten durch andere.”
    (Matahatma Drako Ashgorod, 2017)

    Bisher habe ich mich bewußt als Teil der Außerparlamentarrischen- und Außerparteilichenopposition gesehen. Letzteres wird sich möglicherweise ändern und ich werde versuchen, Anliegen, die hier sonst nur verpuffen dort einzubringen.

    Wenn ich dazu komplexere Sichtweisen von Menschen hier verwende, dann werde ich das dort auch so kenntlich machen und nicht als meine Ideen verkaufen. Ich werde den betreffenden dann fragen, ob er/sie namentlich genannt werden möchte, oder lieber anonym bleiben will.

    Nur damit ihr euch nicht wundert… :wink:

    (Wäre schön, wenn andere das mit den Parteien ihrer Wahl auch machen würden, denn dann brauchen wir nicht spalten, sondern können gemeinsam etwas verändern!)"

  2. Annas says:

    ,Seid dabei und lasst uns DEMOKRATIE IN BEWEGUNG zur progressivsten Partei der Welt machen." EINEN BESSEREN SATZ FÜR DiB KANN ICH MIR NICHT VORSTELLEN - ,DAS IST MEINE PARTEI!" - DANKE

  3. Ulrik says:

    Mir geht es da wie Anja in vielen Punkten.
    Ich möchte gar nicht so ein Gedöns um das Thema machen.
    Ich bin hier und das gerne.
    Ich werde gleich (mit gleicher Stimme) behandelt.
    Ich will keinen Extra Status oder besondere Abstimmungsrechte.
    Die Kritik an der Sterbehilfe Ini verstehe ich nicht .
    Es geht doch da um alle Mènschen und nicht nur behinderte etc. Ich will hierzu auch nicht explizit beraten oder abstimmen… Ich bringe mich ein und Stimme ab als Beweger klar mit meiner Lebensgeschichte als Hintergrund

  4. Rike says:

    Die immer wiederkehrenden Fragen zu den Quoten können dir vielleicht am besten, die davon betroffenen Menschen beantworten. Ich denke, dass ich für einen Großteil der Frauen bei DiB sagen kann, dass wir die Quote für unbedingt notwenig halten (auch wenn nicht jede einzelne Frau ein Fan der Quote ist und ich mir natürlich nicht anmaße für alle zu sprechen).

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